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January 2019

Der blöde Marc hat schon wieder einen Feature-Wunsch von mir abgelehnt... :-(

Ich habe über die letzten Jahre unglaublich viele Anfragen bekommen, ob ich dieses und jenes Feature einbauen oder diesen oder jenen Bug beheben kann. Während ich letzteres immer tue (jedenfalls irgendwann, so, wie es meine Zeit eben zulässt), sieht es bei den Feature-Anfragen etwas anders aus. Mit diesem Blogeintrag möchte ich einen kleinen Einblick geben, wie ich entscheide, ob ich ein Feature einbaue – oder eben nicht. Grundsätzlich versuche ich immer, mich an folgenden Fragestellungen zu orientieren:

  • Welches Problem versucht der Nutzer mit dem vorgeschlagenen Feature zu lösen? Gibt es vielleicht andere (bessere) Wege dafür? Oft sind das Anforderungen, die sich mit einem kleinen Workaround oder unter Verwendung bestehender Funktionen ebenfalls umsetzen lassen. Kann man vielleicht ein bestehendes Feature so erweitern, dass sie die Anforderung (möglichst komplett) abdeckt?
  • Ist das Feature für möglichst viele andere Nutzer ebenfalls interessant? Je spezieller der Feature-Wunsch, desto wahrscheinlicher, dass andere Nutzer keine Verwendung für die Funktion haben.
  • Ist es möglich, das Feature so zu implementieren, dass der Durchschnittsnutzer es versteht? Die Funktionsweise eines Features muss sich idealerweise auf Anhieb erschließen – auch nicht-versierten Nutzern. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel (und es gibt ja auch eine Anleitung, in der man zur Not alles nachlesen kann), aber grundsätzlich sollte jeder Nutzer in der Lage sein, alle Funktionen intuitiv zu nutzen. Wenn eine Funktion zu schwierig zu bedienen ist, wird sie am Ende höchstwahrscheinlich nicht genutzt.
  • Wie viel Aufwand entsteht für mich bei der Implementierung? Hoher Aufwand ist natürlich per se kein Grund, eine Funktion nicht einzubauen. Aber auch meine Zeit ist begrenzt – und im Zweifelsfall werde ich mich eher dafür entscheiden, eine Funktion mit geringem Implementierungsaufwand für eine große Zielgruppe umzusetzen, als eine Funktion mit hohem Aufwand für eine kleine Gruppe.
  • Ist das Feature Plattformübergreifend (also unter iOS und Android) nutzbar? Ab und zu werden Wünsche geäußert, die nur auf einer Plattform funktionieren würden – ich bin kein Freund von Speziallösungen und sowas wäre dem normalen Nutzer auch nur sehr schwer zu vermitteln. Die bisher einzige Ausnahme ist die Möglichkeit zum Betrieb mit Kabel, was nur unter Android möglich ist.

Besonders die zweite Frage aus der Liste hat schon oft dazu geführt, dass ich Feature-Anfragen abgelehnt habe, obwohl sich Nutzer teilweise sehr viel Mühe dabei geben, mir möglichst genau zu beschreiben, was sie sich darunter vorstellen. Das tut mir einerseits immer leid, andererseits liegt der Weiterentwicklung von SmartRace eine klare Philosophie zugrunde: die App soll so einfach wie möglich zu bedienen sein und dabei ein möglichst breites Spektrum an Features bieten. Wenn eine Feature-Idee dazu nicht passt, kann ich sie nicht umsetzen.

Und schlussendlich ist mein fester Plan, dass aus SmartRace keine „Bastellösung“ wird. Natürlich gibt es viele kleine Wünsche, die ich technisch gesehen problemlos integrieren könnte und deren Umsetzung keinen hohen Aufwand bedeuten würde – aber damit würde SmartRace irgendwann zu einem Haus, an das immer wieder kleine Räume angebaut wurden, bis niemand mehr genau weiß, wie man raus und rein kommt und wo welcher Raum genau ist. Blöde Analogie – aber man versteht hoffentlich, was ich meine.